Projekt Patient Power: Wie das Lob- und Beschwerdemanagement die gesundheitliche Versorgung verbessert

BBfG Angebote - unsere Ressourcen für das gesundheitliche Lob- und Beschwerdemanagement

Das Lob- und Beschwer­de­ma­nage­ment in Gesund­heits­ein­rich­tun­gen hat sich zu einem wesent­li­chen Steue­rungs­in­stru­ment für die Qua­li­täts­ent­wick­lung ent­wi­ckelt. Die Zeit, in der Pati­en­ten­rück­mel­dun­gen ledig­lich als Ein­zel­fäl­le abge­ar­bei­tet wur­den, ist vor­bei: Heu­te ist das Beschwer­de­ma­nage­ment in fast 90 % der Kli­ni­ken die Basis für geziel­te Ver­än­de­run­gen (Quel­le: BBfG Beschwer­de­ma­nage­ment Bench­mark). Ein Beleg für die­se Wirk­sam­keit ist die hohe Umset­zungs­quo­te in Kran­ken­häu­sern und Gesund­heits­ein­rich­tun­gen: Pro 100 Beschwer­den wer­den im Schnitt 41 kon­kre­te Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men ein­ge­lei­tet.

Um die­se Rele­vanz jedoch dau­er­haft in der Gesund­heits­po­li­tik und gegen­über Kran­ken­haus­trä­gern abzu­si­chern, bedarf es mehr als inter­ner Sta­tis­ti­ken. Das For­schungs­pro­jekt Pati­ent Power – Pati­ent-Empower­ment durch Pati­en­ten­für­spra­che und Beschwer­de­ma­nage­ment im Kran­ken­haus schafft hier­für die not­wen­di­ge wis­sen­schaft­li­che Evi­denz.

Poli­ti­sche Wir­kung: Direk­tes Gehör im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um

Die Bedeu­tung von „Pati­ent Power“ reicht weit über die kli­ni­sche Ein­zel­aus­wer­tung hin­aus. Durch die Anbin­dung des Pro­jekts an den Inno­va­ti­ons­fonds des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses (der G‑BA för­dert das Pro­jekt finan­zi­ell) erzie­len die Ergeb­nis­se eine unmit­tel­ba­re poli­ti­sche Wir­kung. Die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se flie­ßen direkt in die Ent­schei­dungs­pro­zes­se des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums (BMG) ein. Damit bie­tet das Pro­jekt die his­to­ri­sche Chan­ce, das Lob- und Beschwer­de­ma­nage­ment nicht nur als inter­ne Qua­li­täts­in­stanz, son­dern als Bestand­teil der Kran­ken­haus­re­form zu posi­tio­nie­ren.

Rückblick 2025: Das Fundament wurde gelegt

Das Pro­jekt, das vom Insti­tut für Ver­sor­gungs­for­schung (IMVR) der Uni­ver­si­tät zu Köln gelei­tet und durch den Inno­va­ti­ons­fonds des G‑BA geför­dert wird, hat im ver­gan­ge­nen Jahr die ent­schei­den­de Auf­bau­pha­se durch­lau­fen. Im Jahr 2025 lag der Schwer­punkt auf der metho­di­schen Vor­be­rei­tung des Pro­jekts. Dazu gehör­ten die Ein­ho­lung der erfor­der­li­chen Ethik­vo­ten sowie die Fina­li­sie­rung trag­fä­hi­ger Daten­schutz­kon­zep­te, um die Erhe­bung sen­si­bler pati­en­ten­be­zo­ge­ner Anga­ben rechts­si­cher durch­füh­ren zu kön­nen. Par­al­lel ent­wi­ckel­ten und pilo­tier­ten die wis­sen­schaft­li­chen Part­ner die Inter­view- und Befra­gungs­in­stru­men­te und führ­ten ers­te qua­li­ta­ti­ve Tie­fen­in­ter­views mit Fach­kräf­ten durch, um die Wirk­sam­keit des Lob- und Beschwer­de­ma­nage­ments fun­diert zu ope­ra­tio­na­li­sie­ren.

Ausblick 2026: Die Vollerhebung als politisches Gewicht

Im Jahr 2026 wech­selt das Pro­jekt in die ent­schei­den­de Pha­se der Voll­erhe­bung. Das bedeu­tet für den BBfG und das Lob- und Beschwer­de­ma­nage­ment: Wir stre­ben kei­ne blo­ße Stich­pro­be an, son­dern die Erfas­sung der Gesamt­heit aller rele­van­ten Akteu­re und Pro­zes­se bun­des­weit.

Eine Voll­erhe­bung ist wis­sen­schaft­lich das „Gold­stan­dard-Instru­ment“: Sie lie­fert eine lücken­lo­se Abbil­dung der Ver­sor­gungs­rea­li­tät. Die dar­aus resul­tie­ren­den Daten sind für poli­ti­sche Ent­schei­dungs­trä­ger – bis hin zum Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um – unum­gäng­lich, da sie nicht als Ein­zel­ef­fek­te abge­tan wer­den kön­nen.

 

Post­kar­te zur Wei­ter­lei­tung an Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten: 45€ Wunsch­gut­schein für die Teil­nah­me (Klick zum Down­load)

Ihr Beitrag für dieses wichtige Projekt

Damit die Stu­die ihre vol­le Wir­kung ent­fal­ten kann, braucht es die akti­ve Mit­wir­kung der BBfG-Mit­glie­der vor Ort – also der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im Lob- und Beschwer­de­ma­nage­ment:

1. Pati­en­ten­be­fra­gun­gen (bis Ende Febru­ar 2026): Wir benö­ti­gen eine signi­fi­kan­te Anzahl an Pati­en­ten­in­ter­views, um den Nut­zen unse­rer Arbeit aus Sicht der Ver­sorg­ten zu vali­die­ren. Dafür stellt das Pro­jekt­team der Uni­ver­si­tät Köln eine Post­kar­te als Down­load-PDF (s. links) zur Ver­fü­gung, die Beschwer­de­ma­na­ge­rin­nen und Beschwer­de­ma­na­ger unkom­pli­ziert her­un­ter­la­den und ohne gro­ße Vor­auswahl an Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wei­ter­ge­ben kön­nen. Bit­te ver­tei­len Sie die bereit­ge­stell­ten Post­kar­ten groß­flä­chig an Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, die Feed­back gege­ben haben! Als Aner­ken­nung erhal­ten Teil­neh­men­de einen 45 € Wunsch­gut­schein

2. Die Fach­kräf­te­be­fra­gung (Q1 2026): Im ers­ten Quar­tal erfolgt die Befra­gung aller Beschwer­de­ma­na­ge­rin­nen und Beschwer­de­ma­na­ger. Hier geht es dar­um, Belas­tungs­pro­fi­le, Res­sour­cen­be­darf und die Wirk­sam­keit von Stan­dards (wie jene des BBfG) empi­risch zu bele­gen. Über die­se Befra­gung infor­mie­ren wir Sie sepa­rat hier auf der BBfG-Web­site sowie in unse­rem News­let­ter. Wir bit­ten Sie jetzt schon: Betei­li­gen Sie sich!

3. Doku­men­ten­ana­ly­seIns­ge­samt wer­den 100 anony­mi­sier­te Fall­do­ku­men­ta­tio­nen aus­ge­wer­tet. Ziel ist es zu unter­su­chen, ob und wie sich die The­men unter­schei­den, die an die Pati­en­ten­für­spra­che im Ver­gleich zum Beschwer­de­ma­nage­ment her­an­ge­tra­gen wer­den. Hier­für wer­den jeweils 50 anony­mi­sier­te Fall­bei­spie­le aus bei­den Berei­chen ana­ly­siert. Für die Durch­füh­rung die­ser Unter­su­chung ist die Mit­wir­kung von Pati­en­ten­für­spre­chen­den und Beschwer­de­ma­na­ge­rin­nen und ‑mana­gern von zen­tra­ler Bedeu­tung. Die Ver­ar­bei­tung aller Unter­la­gen erfolgt unter strik­ter Beach­tung der daten­schutz­recht­li­chen Vor­ga­ben. Per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten wer­den nicht erho­ben; sämt­li­che Mate­ria­li­en wer­den aus­schließ­lich anony­mi­siert aus­ge­wer­tet und zu For­schungs­zwe­cken ver­wen­det. Wenn Sie sich vor­stel­len kön­nen, das Pro­jekt zu unter­stüt­zen und anony­mi­sier­te Doku­men­ta­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len, kön­nen Sie sich ger­ne bereits an Anna-Lisa Tig­ges (Pro­jekt­mit­ar­bei­te­rin des IMVR) (anna-lisa.tigges1@uk-koeln.de) wen­den.

Fazit: Professionalisierung messbar machen

Ein moder­nes Beschwer­de­ma­nage­ment ist ein Früh­warn­sys­tem und ein Qua­li­täts­mo­tor. Mit „Pati­ent Power“ wird die­ser Bei­trag mess­bar und damit poli­tisch unver­zicht­bar. Die Teil­nah­me an der Erhe­bung ist daher kei­ne admi­nis­tra­ti­ve Zusatz­auf­ga­be, son­dern eine Inves­ti­ti­on in die Zukunfts­fä­hig­keit und die per­so­nel­le Aus­stat­tung des eige­nen Fach­be­reichs.

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